100 Jahre GEDOK Franken – Ausstellung in Ansbach
Die GEDOK – die Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden – feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Was 1926 als visionärer Akt einer engagierten Frau in Hamburg begann, ist heute eines der größten und traditionsreichsten Künstlerinnennetzwerke im deutschsprachigen Raum, organisiert in 23 Regionalgruppen quer durch Deutschland. Auch in Franken wird dieses Jubiläum gefeiert – mit einer großen Ausstellung in Ansbach, die zeigt, wie lebendig und vielfältig Kunst von Frauen in der Region ist.
„gangART“ – Die Jubiläumsausstellung der GEDOK Franken
Die fränkische Regionalgruppe feiert das Jubiläum mit einer beeindruckenden Schau: Unter dem Titel gangART präsentiert die GEDOK Franken vom 6. März bis 6. April 2026 im Kunsthaus R3 (Reitbahn 3) in Ansbach ein breites Spektrum zeitgenössischen Schaffens ihrer Mitglieder.
Der Ausstellungstitel ist bewusst doppeldeutig gewählt: „gangART“ verweist auf Bewegung und Entwicklung – auf den „Gang“ der Geschichte und zugleich auf die Gangart einer Gemeinschaft, die sich über ein Jahrhundert immer wieder neu erfunden hat. Gezeigt werden vielfältige künstlerische Werke: Malerei, Grafik, Objektkunst, Textilkunst, Fotografie, Scherenschnitt und literarische Beiträge geben Einblick in die thematische und formale Bandbreite der GEDOK Franken.
Ausstellungsinfo: Vernissage am 6. März 2026 um 18 Uhr, Finissage am 6. April 2026 um 15 Uhr mit Lesung. Begleitet wird die Ausstellung von mehreren Artist Talks mit beteiligten Künstlerinnen. Der Eintritt ist frei.
GEDOK Franken – Netzwerk mit Wurzeln und Weitblick
Die GEDOK Franken wurde 1987 in Nürnberg gegründet. Sie versteht sich als Gemeinschaft eigenständiger Künstlerinnen und Kunstfördernder aus ganz Nordbayern – ein Ort des lebhaften Austauschs und gegenseitiger Inspiration. Über die Aufnahme einer Künstlerin entscheidet eine Fachjury, was einen professionellen Rahmen und eine hohe künstlerische Qualität sichert.
Die Bandbreite der vertretenen Kunstsparten ist beeindruckend: Von der Malerin bis zur Kalligrafin, von der Bildhauerin bis zur Fotografin und Schriftstellerin.
Ida Dehmel – eine Visionärin und ihr Vermächtnis
Ida Dehmel (1870–1942) war Kunstmäzenin, Frauenrechtlerin, Werkbundmitglied und eine der wichtigsten Kulturförderinnen ihrer Zeit. Sie erkannte früh, was Statistiken bis heute belegen: dass Frauen in der Kunstwelt systematisch benachteiligt werden – weniger Ausstellungen, weniger Ankäufe, weniger Sichtbarkeit.
Die GEDOK war von Anfang an spartenübergreifend angelegt: Bildende Künstlerinnen, Musikerinnen, Literatinnen und Darstellerinnen sollten gemeinsam ein starkes Netzwerk bilden. Neben den Künstlerinnen selbst waren auch Kunstfördernde willkommen – eine Idee, die die GEDOK von vergleichbaren Vereinen unterschied.
Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde sie 1933 unter dem nationalsozialistischen Regime zwangsweise aus der GEDOK ausgeschlossen. 1942 begeht Ida Dehmel Suizid.
Info zur Ausstellung
noch bis 06.04.2026
Kunsthaus R3
Reitbahn 3, 91522 Ansbach
Öffnungszeiten
MI, DO, FR, SA, SO: 14–17 Uhr
MI, SA: 10–13 Uhr








