Die Idee, die beiden Flussgebiete von Donau und Main zu verbinden, ist nicht neu. Bereits 793 unternahm Karl der Große mit dem Bau der Fossa Carolina bei Graben den ersten Versuch, scheiterte jedoch an immer wieder nachrutschenden Erdmassen.

1846 wurde von König Ludwig I der Ludwig-Donau-Main-Kanal fertiggestellt, der heute bei Nürnberg noch zu sehen ist. Der 177 km lange Kanal verband Kehlheim und Bamberg und überquerte die europäische Hauptwasserscheide. Der Kanal erlangte jedoch nie große wirtschaftliche Bedeutung, da er zu schmal für die großen Kähne und zu langsam zu bereisen, wegen der vielen Schleusen war.

Zwischen 1960 und 1992 wurde schließlich der heutige Main-Donau-Kanal gebaut. Er stellt eine durchgängige, für die Großschifffahrt geeignete, Wasserstraße zwischen der Nordsee bei Rotterdam und dem Schwarzen Meer bei Constanta (Rumänien) dar. Obwohl der Kanal für den Gütertransport zunehmend an Bedeutung verliert, ist er zusammen mit dem Fränkischen Seenland Teil eines überregionalen Wassersystems.

Während Südbayern, insbesondere der Alpenraum und das Donaugebiet über sehr viel Wasser verfügt, verzeichnete Nordbayern in längeren Trockenperioden immer Wasserknappheit. Zudem wurde durch das Hochwasser der Altmühl immer viel landwirtschaftliche Nutzfläche zerstört. Aus diesem Grund wurde am 1970 der Beschluss gefasst, einen überregionalen, wasserwirtschaftlichen Ausgleich zwischen Donau- und Main-Gebiet zu schaffen.

Über den Main-Donau-Kanal werden aus den Flüssen Altmühl und Donau circa 125 Mio m3 Wasser pro Jahr in den Rothsee gepumpt. Dabei überquert das Wasser die Europäische Hauptwasserscheide und fließt gen Norden. Bei niedrigem Donauabfluss wird die Kanalüberleitung jedoch nicht mehr betrieben. Dann kommt die Brombachüberleitung zum Zug. Im gesamten Raum den großen Brombachsees können rund 56 Mio m3 Hochwasser aus dem Altmühl-Hochwasser gespeichert werden. In Trockenzeiten werden circa 25 Mio m3 an die oberhalb der Europäischen Wasserscheide liegenden Flüsse zu Erhöhung des Wasserspiegels abgegeben.

Sowohl der Kanal als auch das Fränkische Seenland haben jedoch auch als Tourismusmagnet eine große Bedeutung. So wurde Franken durch ein Naherholungsgebiet aufgewertet.

Weitere Informationen:

Infozentrum Seenland Mandlesmühle

Mandlesmühle 1

91785 Pleinfeld

Tel.: 0981 9503-634

„Infozentrum Seenland – Wasser für Franken“ – Zweckverband Brombachsee (zv-brombachsee.de)

Wasserwirtschaftsamt Ansbach

Dürrnerstraße 2

91522 Ansbach

Tel.: 0981 9503-0

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