Wo Weltall auf Erde trifft – das RiesKraterMuseum in Nördlingen

Rieskratermuseum Nördlingen
Es gibt Orte, die einen innehalten lassen. Orte, an denen man begreift, wie winzig der Mensch ist – und wie gewaltig die Kräfte, die unser Planet erlebt hat. Das RiesKraterMuseum in Nördlingen ist so ein Ort.
Ein kosmisches Ereignis vor 15 Millionen Jahren
Vor etwa 15 Millionen Jahren kollidierte ein rund ein Kilometer großer Asteroid mit der Erde. Das Resultat dieser kosmischen Begegnung ist das Nördlinger Ries – eingesenkt als markante Geländeform in die Schwäbisch-Fränkische Alb. Der etwa 25 Kilometer große, nahezu kreisrunde Einschlagkrater gehört zu den besterhaltenen seiner Größenordnung weltweit. Und mittendrin: die pittoreske Stadt Nördlingen. Wer durch ihre mittelalterlichen Gassen schlendert, befindet sich buchstäblich im Krater – ein Gedanke, der einem den Atem verschlägt.
Der Einschlag zum Erleben – die Animation
Der Höhepunkt des Museumsbesuchs ist eine Computeranimation, die den Asteroideneinschlag in beeindruckenden Bildern zum Leben erweckt. Man sieht, wie der Himmelskörper die Erdatmosphäre durchbricht, wie er auf die Oberfläche trifft und in Sekundenbruchteilen eine gigantische Druckwelle und glühende Gesteinsmassen freisetzt – eine Explosion von unvorstellbarer Gewalt. Die Animation macht aus abstrakten Zahlen ein Erlebnis. Wer hier sitzt und zuschaut, versteht auf einmal, warum dieser Einschlag die gesamte Landschaft Süddeutschlands für immer verändert hat.
Sechs Räume voller Faszination
In einem aufwändig sanierten mittelalterlichen Scheunengebäude aus dem Jahr 1503 wird – auf sechs Räume verteilt – der Asteroideneinschlag mit seinen planetaren Wurzeln und seinen irdischen Auswirkungen dargestellt und erläutert. Zahlreiche Exponate, darunter Meteoriten, Fossilien und ein Stück echtes Mondgestein, sowie Multimediaangebote bereiten das Thema kurzweilig auf. Der Kontrast zwischen dem uralten Holzgebäude und den hochmodernen Ausstellungsinhalten könnte kaum reizvoller sein.
Mondgestein und Astronauten – eine ganz besondere Verbindung
Das RiesKraterMuseum pflegt seit Jahrzehnten eine einzigartige Verbindung zur Raumfahrt. Apollo-Astronauten trainierten Mitte 1970 im Nördlinger Ries für ihre bevorstehenden Missionen ins Mondhochland – die geologischen Strukturen des Riesgesteins ähneln denen auf dem Mond auf verblüffende Weise. Charles Duke, Mondfahrer der Apollo-16-Mission, entnahm 1972 einen sogenannten Mond-„Suevit“, der seit der Museumseröffnung 1990 hier zu bestaunen ist. Noch heute besuchen Astronautinnen und Astronauten der ESA den Rieskrater im Rahmen ihres geologischen Trainingsprogramms. Ein Stück echter Mondstein zum Anfassen – das gibt es nicht an vielen Orten der Welt.
Fazit: Unbedingt besuchen!
Das RiesKraterMuseum ist kein Museum, das man einfach so abgehakt. Es ist ein Ort, der einen verändert – zumindest in der Art, wie man den Himmel über sich betrachtet. Das Museum hat ganzjährig Dienstag bis Sonntag geöffnet und ist damit ein verlässlicher Ausflugstipp zu jeder Jahreszeit, besonders zusammen mit einem Bummel durch die mittelalterliche Altstadt Nördlingens.

