Die Willibaldsburg bei Eichstätt

Die Willibaldsburg bei Eichstätt

Willibaldsburg Eichstaett 4

Die Willibaldsburg thront über Eichstätt und ist bereits bei der Anfahrt von Norden gut zu sehen. Sie ist auf dem Frauenberg erbaut und beherbergte die Fürstbischöfe von Eichstätt. Der Bau stammt in den ältesten Teilen aus dem 14. Jahrhundert, die heute sichtbaren Bereiche stammen jedoch aus dem 4. Bzw. 16./17. Jahrhundert.

Der nach dem Erbauer, dem Bischof Konrad von Gemmingen, benannte, Gemmingenbau dominiert das Burgbild. Mit der Säkularisation wurde jedoch leider etwas von der Höhe der Burg abgetragen und der rückwärtige Teil zerstört, so dass heute nur noch Teilbereiche der ursprünglichen Burg zu sehen sind.

Sehenswert ist der Schlossgarten, der einstmals als „Hortus Eystettensis“ eine Kombination aus Lustgarten und botanischem Garten war. Auch heute noch sind viele besonderen Pflanzen und Heilpflanzen in dem Garten zu bewundern.

Im Schloss selbst kann heute das Historische Museum sowie das Jura Museum besichtigt werden. Das ist nicht nur für Kinder ein Erlebnis! Hier ist u.a. einer der in Solnhofen gefundenene Archaeopteryx ausgestellt.

Das Museum ist eine echte Alternative für regnerische Tage und auch für Kinder interessant. Museumspädagogische Konzepte und viel – auch lebendiges – Anschauungsmaterial lassen die Urzeit wieder aufleben!

Das Museum öffnet am 18.5.2021 wieder – bis auf weiteres – seine Pforten.

Bilder: Jura Museum Eichstätt

 

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Sehenswertes

Willibaldsburg mit historischem Garten

Jura Museum und Historisches Museum

Eichstätt – barockes Zentrum im Altmühltal

Eichstätt – barockes Zentrum im Altmühltal

Eichstätt

Eichstätt – barockes Zentrum im Altmühltal

Eichstätt ist eine meiner Lieblingsstädte im Altmühltal. Nicht nur, weil es hier wunderbare, geschichtsträchtige Bauten zu besichtigen gibt. Eichstätt ist auch eine lebendige Studenten-Stadt, die die katholische Universität Eichstätt beherbergt.

Viele Wege führen nach Eichstätt

Nach Eichstätt führen verschiedene Wege. Mit dem Auto über die B13 oder mit dem Fahrrad über den Altmühltalradweg oder mit dem Kanu, direkt über die Altmühl, was auch seinen Reiz hat. Auffällig in Eichstätt ist zunächst mal die trutzige Willibaldsburg, die hoch über der Stadt thront. Gelangt man in das Stadtzentrum wird aber auch die kirchliche Präsenz neben den bürgerlichen Bauten augenscheinlich. Kirchliche und bürgerliche Bauten waren durch die Stadtmauer geschützt.

Eichstätt wurde im Jahr 740 n Chr. erstmals urkundlich als „Eihstat“ erwähnt. Der Name rührt vermutlich von einer keltischen Siedlung (5 Jhd. V. Chr.) her, als sich etwa in der Nähe des Domes eine keltische Siedlung befand. („Eistedd“ keltisch für Wohn- oder Versammlungsstätte). Der angelsächsische Mönch Willibald (Bruder von Walburga in Heidenheim!) wurde 741/742 zum Bischof geweiht und nach Eichstätt entsandt, wo er ein Kloster gründete. Im Jahr 908 wurde der Stadt von König Ludwig IV. das Recht zur Ummauerung sowie das Markt- Münz- und Zollrecht verliehen. So gilt der 5. Februar 908 auch heute noch als Gründungsdatum.

Zentrum der Hexenverfolgung

Unrühmliche Bekanntheit erlangte Eichstätt im 16. und 17. Jahrhundert als ein Zentrum der Hexenverfolgung. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt fast vollkommen zerstört. Bauwerke, die diese Zeit überstanden, waren der Dom, die Stadtpfarrkirche „Unsere Liebe Frau“, das Kloster St. Walburg, Die Dominikanerkirche und die Johanniskirche. Im Wiederaufbau, der entsprechend der Zeit im barocken Stil erfolgte, wirkten vor allem die Baumeister Gabriel de Gabrieli, Jakob Engel und Maurizio Pedetti.

Das Stadtbild ist geprägt von dem Dom- und dem Residenzplatz mit der Mariensäule. Der Residenzplatz an der ehemaligen fürstbischöflichen Residenz ist ein besonderes städtebauliches Ensemble und nur mit Führung zu besuchen.

Der gleich nebenan gelegene Dom wurde an dem Platz errichtet, an dem Willibald die erste Kirche gebaut hatte. Er vereint Stilelemente aus verschiedenen Epochen, zeigt aber ein harmonisches Gesamtbild. Sehenswert ist auch der Marktplatz mit der Statue des Hl. Willibald auf dem Brunnen.

In direkter Nähe sind die Willibaldsburg oder das Figurenfeld einen Besuch wert (der Straße nach Kinding folgen, Figurenfeld ist ausgeschildert)! Auf dem Figurenfeld zeigt der Künstler Alois Wünsche-Mitterecker mit 78 Figuren den Unsinn des Krieges.

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Sehenswertes in und um Eichstätt

Willibaldsburg mit Bastionsgarten
Figurenfeld
Römerkastell in Pfünz

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Eichstätter Bastionsgarten

Der Hortus Eystettensis („Eichstätter Garten“) war ein Botanischer Garten, der in der Renaissance auf der Willibaldsburg in Eichstätt angelegt wurde.

Die Pflanzen des Gartens wurden im Buch Hortus Eystettensis beschrieben.

1998 wurde der Garten mit zahlreichen alten Gewürz- und Heilpflanzen wieder angelegt.

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Die Illuminaten in Eichstätt

Die Illuminaten in Eichstätt

Die Illuminaten in Eichstätt

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Eichstätt ist ein barockes Zentrum im Naturpark Altmühltal. Aber es hat auch ein verstecktes Puzzleteil in seiner Geschichte. Einer der Illuminaten Ludwig Graf Cobenzl hat hier gewirkt! Die Illuminaten sind durch das Buch und den Film von Dan Brown wieder in das Bewusstsein vieler gerückt. Doch kaum einer weiß, dass sie ihren Ursprung in Ingolstadt (Adam Weishaupt) hatten und später in Eichstätt einen „Garten der Begegnung“ unterhielten.

Am 22. April 1773 wurde Cobenzl Domkapitular von Eichstätt. Er war Mitglied im Illuminatenorden, einem aufklärerischen Geheimbund, um den sich viele Verschwörungstheorien ranken. Noch heute erinnert im Mortuarium des Eichstätter Doms ein Stein mit seinem Wappen an seinen Tod 1792 in Eichstätt, der zum verlorenen Cobenzl Epitaph gehörte.

In Eichstätt besaß der Domkapitular Cobenzl neben seiner Stadtwohnung auch ein barockes Schlösschen (Foto), dass heute etwas vergessen neben der B13 steht. Im 18. Jahrhundert ließ Cobenzl dort eine Parkanlage errichten. Es sollte ein „Garten der Begegnung“ werden, bei dem sich, wie es den Illuminaten vorschwebte, Adel und Bürger beim Spazierengehen ungezwungen treffen und Standesunterschiede abbauen könnten.

In einer ebenfalls angelegten Höhle des Gartens fanden zudem geheime Illuminatentreffen statt. Der nächtliche Feuerschein brachte der Höhle den Beinamen „Zauberloch“ ein. Steinerne Pfeiler und Sitzbänke überdauerten die Zeit jedoch nicht.

Nach Krise und Verbot des Ordens in den Jahren 1784/85 (1793 Ende aller Tätigkeiten des Ordens) verlor der Orden offiziell an Einfluss. Dennoch hatte die Bewegung einigen Erfolg. Es ließen sich in Forschungen 1.394 Ordensmitglieder nachweisen, wovon etwa ein Drittel zugleich Freimaurer waren.

Seit 1988 ist das Referat zur Erhaltung von Kunst und Kulturgut der Stadt Eichstätt und des Landratsamtes im Cobenzl Schlösschen untergebracht. Das Schlösschen kann leider nicht besichtigt werden.

Autorin: Jutta Auernhammer
4. Mai 2021