Weißenburg, beziehungsweise der römische Ort Biricianis, der auf der einzigen, erhaltenen antiken Wegkarte der Peutingertafel verzeichnet ist, war ein regionaler Mittelpunkt in der Römerzeit.

Obwohl Biricianis unsicheres Grenzland war – der Limes war nur circa 6 km entfernt – schien der Ort und seine Einwohner sehr wohlhabend gewesen zu sein. Darauf deutet nicht nur die relativ große Anlage der römischen Thermen hin, sondern auch der römische Schatzfund, einer der größten zusammenhängenden Schatzfunde dieser Zeit.

Die Thermenanlage wurde 1977 beim Bau von Reihenhäusern entdeckt. Als der Bagger auf „alte Mauern“ stieß, wurde sofort ein Baustopp verhängt und die Gebäudereste archäologisch untersucht. Zutage kam eine große, relativ gut erhaltene Thermenanlage aus der Römerzeit. Mit einer Länge von 65 Metern und einer Breite von etwa 42 Metern erstreckt sich die Thermenanlage westlich vom damaligen Militärstützpunkt, dem Römerkastell.

Das teilrekonstruierte Kastell Biricianum beherbergte damals eine vornehme Reitertruppe, die „Ala I H. Der Schatz wurde 1980 von der prähistorischen Staatssammlung des Freistaates Bayern erworben und kann im Römermuseum, das ein Zweigmuseum der archäologischen Staatssammlung München ist, besichtigt werden. Im Erdgeschoß des Römermuseums befindet sich auch das zentrale bayerische Limes-Informationszentrum des Unesco Weltkulturerbes Limes.
Hier kann man die Römerzeit mit vielen Exponaten hautnah erleben. Geeignet ist dieser Ausflug sowohl für Individualreisende als auch für Familien und Gruppen.

Weitere Informationen unter:
Römermuseum Weißenburg
www.museen-weissenburg.de
Martin-Luther-Platz 3-5
91781 Weißenburg
Tel 09141 907 189
Foto: Römerkastell Weißenburg, Nachbau des Nordtores