Eine Besichtigung der Hohenzollernfestung Wülzburg ist nicht nur für Senioren zu empfehlen. Sie liegt auf dem mit 630 m höchsten Berg der südlichen Frankenalb, dessen Bergkegel südöstlich von Weißenburg liegt.
Seit dem 12. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein Benediktinerkloster, welches der Sage nach Pippin der Kleine gestiftet haben soll. 1588 wurde der Grundstein der heutigen Festungsanlage durch Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg Ansbach gelegt. Die Geschichte der Wülzburg ist wechselvoll. Im 30 jährigen Krieg suchte die markgräfliche Familie Zuflucht auf der Wülzburg, verlor diese aber an Tilly. Im 18. Jahrhundert war die Festung Gefängnis und Kriegsgefangenenlager. Im ersten Weltkrieg war zum Beispiel Charles de Gaulle als Kriegsgefangener untergebracht. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Wülzburg als Flüchtlingslager verwendet. Heute ist sie Sitz einer Ausbildungsstätte der Rummelsberger Diakonie für Hauswirtschaft und Kinderpflege.
Die Burg thront auf mächtigen Felsenmauern, die von einem tiefen Graben umsäumt werden. Dieser wird von einem Rundweg, dem ehemaligen, vorgelagerten „gedeckten Weg“ umschlossen. An verschiedenen Aussichtspunkten kann man einen Blick auf Weißenburg und Umgebung genießen. Die Wülzburg ist mit der fünfeckigen Sternform ein einzigartiger Renaissancefestungsbau. Fünf Bastionen erlaubten den Blick in das Umland und den Graben. Sie tragen die Namen Jungfrau, Krebs, Roßmühle, Kaltes Eck und Hauptwache. Auf den Spitzen der Bastionen erheben sich die „Lug-ins-Land-Türmchen“.
Durch ein prächtiges Renaissanceportal und zwei Torbögen gelangt man ins Innere der Burg. Im Hof befindet sich ein zweiflügeliger Schlossbau, in den die evangelisch-lutherische Nikolaus – Burgkapelle integriert ist. Unter dem Westflügel wurde zur Wasserversorgung ein 143 m tiefer Brunnen in den Fels geschlagen. Zur Förderung des Quellwassers mussten zwei Gefangene ein Tretrad bewegen. Zur weiteren Wasserversorgung entstand zudem ein ausgeklügeltes Zisternensystem. Hier wurde das Oberflächenwasser aufgefangen. Der innere Schlossbau ist zweiflügelig und beherbergt auch eine sog. „Reütschnecke“, eine Reitertreppe.
Wanderer können die Festung zu Fuß erreichen. Außerdem stehen vor der Festung kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Es werden im Sommer Führungen angeboten, mit denen man auch einige Teile der Festung von innen besichtigen kann. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Nach der Besichtigung kann man noch im Burgwirt einkehren.
Weitere Informationen:
https://www.weissenburg.de/wuelzburg/
Führungen unter Tourist-Information in Weißenburg (Tel. 09141/907-124).